Die Kreisbahn Fürstenwalde–Beeskow – die „Scharmützelseebahn“ – war ein Eigenbetrieb des früheren Kreises Beeskow-Storkow in der preußischen Provinz Brandenburg. Die Strecke dieser ehemaligen Kreisbahn ist im heutigen Zustand nur noch von der ehemaligen Kreisstadt Fürstenwalde/Spree aus bis zur Bahnstation Klinikum im Kurort Bad Saarow betrieben.

Berichte:

Neue Bahnstrecke Bad Saarowhttps://www.rbb24.de/studiofrankfurt/beitraege/2018/11/neue-bahnstrecke-bad-saarow.html

Bahnlinie wächst um 1300 Meter https://www.moz.de/landkreise/oder-spree/fuerstenwalde/artikel6/dg/0/1/1684280/

Neue Hoffnung für Bahn-Ausbau nach Pieskow 
https://www.moz.de/landkreise/oder-spree/fuerstenwalde/artikel6/dg/0/1/1500394/

Geschichte

Die Strecke führte ab 3. Juni 1911 von Fürstenwalde – an der Staatsbahnstrecke Berlin–Frankfurt (Oder) gelegen – nach Überqueren des Oder-Spree-Kanals in südlicher Richtung zum Scharmützelsee. Sie endete zunächst in Bad Saarow-Pieskow, wurde aber am 20. Dezember 1911 in südöstlicher Richtung bis zur Kreisstadt Beeskow an der Bahnstrecke Frankfurt (Oder)–Königs Wusterhausen verlängert. Damit war die normalspurige Kleinbahnstrecke 33 Kilometer lang.

Gleichzeitig war eine Zweigbahn eröffnet worden, die von Petersdorf dem Westufer des Scharmützelsees bis Saarow West folgte. Von dort ging es ab dem 1. Mai 1921 noch bis Silberberg Waldschänke weiter. Diese acht Kilometer lange Nebenstrecke, die vornehmlich touristischen Zwecken diente, wurde im Januar 1945 zerstört und nicht wieder in Betrieb genommen.

Die Betriebsführung der Bahn hatte der Provinzialverband der Provinz Brandenburg. Bei Betriebsaufnahme waren vier dreiachsige Dampflokomotiven von Orenstein & Koppel vorhanden, außerdem sechs Personenwagen, zwei Gepäck-/Postwagen und zwölf Güterwagen.

Der Personenverkehr ließ sich gut an, 1914 wurden 205.834 Personen befördert. Der Güterverkehr war eher gering: 1914 wurden 22.368 t Güter transportiert. Der Fahrplan 1914 sah werktags vier Zugpaare über die ganze Strecke und vier Zugpaare zwischen Fürstenwalde und Pieskow vor, nach Saarow West fuhren zusätzlich zwei Zugpaare von Fürstenwalde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Verfügungsgewalt über die Bahn vom Kreis auf das Land über; sie wurde wie alle bis dahin vom Landesverkehrsamt Brandenburg betriebenen Bahnen 1949 in die Verwaltung der Deutschen Reichsbahn eingegliedert.

Unabhängig von der Kreisbahn hatte der Landkreis Beeskow-Storkow seit 1. Oktober 1928 einen Kraftverkehr als weiteren Eigenbetrieb unterhalten. Seine drei Omnibuslinien fuhren teilweise parallel zur Kreisbahn.

Zwischen 1959 und 1963 war der Zugverkehr wegen des schlechten Oberbauzustandes eingestellt.

Zum 31. Dezember 1993 wurde der Güterverkehr auf der Strecke eingestellt. 1994 wurden die Stationen Pfaffendorf, Wilmersdorf und Beeskow Nord geschlossen. Nachdem sich das Angebot im Personenverkehr jahrzehntelang auf etwa fünf oder sechs Zugpaare am Tag beschränkt hatte, wurde 1995 ein durchgehender Zweistundentakt eingeführt. Allerdings verschlechterte sich der Streckenzustand im Laufe der Zeit, so dass der Takt nicht mehr einzuhalten war. Deswegen wurde ab 1997 der Abschnitt Pfaffendorf–Beeskow im Schienenersatzverkehr mit Bussen befahren, nur der erste Zug am Tag aus und der letzte Zug nach Beeskow fuhren durch.

Ein Jahr später wurde die gesamte Strecke gesperrt und es fuhren nur noch Busse. Im Oktober 1999 wurde der Abschnitt Fürstenwalde–Bad Saarow-Pieskow nach Sanierung wieder eröffnet. Dieses Teilstück wird seitdem im Stundentakt befahren. Obwohl zunächst die Sanierung des restlichen Streckenabschnitts Bad Saarow-Pieskow–Beeskow angekündigt war, gab das Land Brandenburg 2006 bekannt, dass als Folge der Kürzung der Regionalisierungsmittel durch den Bund auf dessen Wiederinbetriebnahme verzichtet werden soll. Der Schienenersatzverkehr auf diesem Abschnitt wurde durch reguläre Busse ersetzt.

Zur Zeit läuft eine Tiefenrecherche & Gespräche mit Kreis, Kommune und den Menschen um alle Informationen zusammenzutragen. Wir erstellen dann gemeinsam ein Leitbild für eine erneuerbare Zukunft auf der Basis Kommunale Energiekonzepte! Die Verlängerung der Scharmützelseebahn über die Station Bad Saarow Pieskow hinaus, wäre eine der sinnvolleren Entscheidungen im ländlichen Raum.